
Elektro-Familiy-Roadtrip nach Katalonien: 3.500 km mit dem ID. Buzz
Osterferien 2026 – mit dem Elektro-Bulli, vier Personen und einem kleinen Hund nach Spanien. Über Vorbereitung, Verbrauch, Kosten und warum elektrisches Reisen einfach Spaß macht.
Sechs Jahre Tesla, jetzt Elektro-Bulli
Wer mich kennt, weiß: Ich bin seit bald zehn Jahren elektrisch unterwegs. Die letzten sechs Jahre haben wir viele Reisen mit Tesla gemacht – zum Beispiel 6.000 km nach Portugal oder regelmäßig nach Schweden. Im Oktober 2025 kam dann der Umstieg auf einen VW ID. Buzz. Und die Osterferien 2026 waren der erste große Roadtrip mit dem neuen Auto: rund 3.500 Kilometer nach Katalonien, mit mehreren Zwischenstopps und unterschiedlichen Unterkünften. Ein richtiger Elektro-Family-Roadtrip.
Vorbereitung: Laden, Basteln, Losfahren
Vor der Abfahrt lade ich die Batterie immer auf 100 Prozent. Tagsüber lief ein bisschen Sonnenstrom vom Dach, aber bei wechselhaftem Aprilwetter reichte es gerade für Haushalt und Wärmepumpe. Den Rest hat unser dynamischer Stromtarif erledigt: Über Nacht wurde der Buzz automatisch für 18 Cent pro kWh vollgeladen – das E3/DC Hauskraftwerk regelt das im Hintergrund.



Und dann war da noch mein Last-Minute-Bastelprojekt: Inspiriert durch einige Beiträge im Buzz-Forum habe ich am Abend vor der Abreise ein individuelles Ablagesystem gebaut. Die hintersten Sitze der 6-Sitzer-Version rausgenommen, sechs Euro-Klappboxen (60 x 40 cm) unten rein, zwei mit schwarzem Filz beklebte und an den Rändern dunkel lackierte Holzplatten (120 x 60 cm) drüber – und darüber noch mal richtig viel Stauraum.
Alles bestens organisiert und sicher verstaut. Aber ich hätte auch ein paar Tage früher anfangen können, anstatt erst am Tag vor der Abreise. 😁






Der ID. Buzz hat durch seine kantige Form generell mehr Stauraum als ein SUV wie das Tesla Model Y – obwohl er sogar ein paar Zentimeter kürzer ist. Mit dem Ablagesystem war es dann perfekt für die vierköpfige Familie plus unseren kleinen Hund.


Dies wird sich auf den zukünftigen Camping-Fahrten hoffentlich bewähren.
Unterwegs: Verbrauch und Ladegeschwindigkeit
Die Route führte uns über Lyon in Richtung Girona. Den Zwischenstop auf der Hinreise machten wir in Lyon. Die Geschwindigkeit lag meistens zwischen 120 und 130 km/h, wenn der Verkehr es zuließ (in Spanien entsprechend weniger bzgl. Tempolimit). Der Verbrauch auf der Hinfahrt bei noch kaltem und windigem Wetter: 23,9 kWh/100 km. Auf der Rückfahrt dann nur noch 22,5 kWh/100km.


Tipp: Bei Fahrten in Frankreich, Spanien und Portugal hat sich unser Badge von fulli bewährt: Kein Anhalten mehr an den Mautstellen, sondern mit 30 km/h einfach durchfahren – und die Schranke öffnet sich. Die Rechnung kommt per App.
Die Ladegeschwindigkeit beim Buzz mit kurzem Radstand und 79-kWh-Batterie ist nicht rekordverdächtig, aber völlig ausreichend: Anfangs stabil bei 180–188 kW, dann länger um die 140–150 kW, bevor es bei höherem Ladestand weiter runtergeht.
Unsere Ladestopps lagen jeweils zwischen 20 und maximal 30 Minuten – Toilette, Kaffee, Snack, Beine vertreten, und weiter geht’s für die nächsten 300 Kilometer. Genau so kenne ich es von vielen elektrischen Reisen.
Schon bei unserer Weihnachtsreise nach Schweden im Dezember hat sich der Buzz auf der Langstrecke bewährt: Für die 900 Kilometer brauchten wir trotz winterlicher Kälte nur drei Ladestopps – genauso viele wie vorher mit dem Tesla.




Clever laden: Hotels, Ferienwohnungen, Ionity
Auf der Autobahn in Deutschland haben wir meistens bei Ionity geladen, zum WeCharge-Tarif von VW für 49 Cent pro kWh (bei 5,99 Euro monatlich; für 11,99 Euro im Monat ginge es auch für 39 Cent).
Auf der Hin- und Rückfahrt haben wir jeweils einen Zwischenstopp in Frankreich eingelegt. Bei der Auswahl der Unterkünfte haben wir darauf geachtet, dass Lademöglichkeiten vorhanden sind. In beiden Fällen hatten wir einen Parkplatz mit Wallbox reserviert – Kosten mit dem Anbieter DriveCo: 38 Cent pro kWh, supergünstig.
Und das Highlight: Bei einer der Ferienwohnungen konnten wir pauschal für 10 Euro vollladen – mehr als 70 kWh, von unter 10 auf 100 Prozent. Das sind 14 Cent pro Kilowattstunde. 🙂



Was hat die Reise gekostet?
Bei einer Mischkalkulation von 40 Cent pro kWh (eher hoch gegriffen, da viele Ladungen deutlich günstiger waren) liegen die Stromkosten für 3.500 Kilometer bei rund 322 Euro. Ein Benziner mit 7 Litern auf 100 Kilometer käme bei aktuell über 2,10 Euro pro Liter auf etwa 515 Euro.
Und das ist nur die Reise. Generell sind die Kosten für unsere Pkw-Mobilität unschlagbar günstig – ob mit oder ohne PV-Anlage. Wir haben jetzt seit fast zehn Jahren Erfahrung mit Elektromobilität und wundern uns ehrlich gesagt schon lange, warum sich diese Erkenntnis in Deutschland erst so langsam durchsetzt.


Zurück zu Hause: Sonne tanken
Nach der Rückkehr steckte unser zuverlässiger Reisebegleiter an der Wallbox, während wir in Ruhe ausgepackt haben. Unsere Anlage beherrscht Überschuss-Laden: Es fließt nur so viel Strom ins Auto, wie gerade vom Dach übrig ist – kein Strom aus dem Netz. Und weil auch unser kleiner Fiat 500e Flitzer komplett leer war, kam einiges zusammen (insgesamt brauchten wir somit fast 100 Kilowattstunden). Da der dynamische Stromtarif an dem Tag unter 18 Cent lag, habe ich den günstigen Netzstrom automatisch dazuschalten lassen. So wurden parallel beide Autos geladen, die Waschmaschine lief den ganzen Tag und die Wärmepumpe hat das Warmwasser gemacht.
Vor allem, wenn man ein Eigenheim und eine Möglichkeit für eine Wallbox hat: PV, Speicher, Energiemanagement und Elektromobilität – das ist eigentlich ein No-Brainer.



Der Buzz macht Spaß
Die erste Generation des ID. Buzz war vielleicht ein bisschen weniger reisetauglich für lange Distanzen: Anderer Motor, höherer Verbrauch, kleinerer Akku, langsamere Ladegeschwindigkeit, schlechtere Software. Aber die aktuelle „zweite Generation“ ist absolut langstreckentauglich. Und ein super Fahrgefühl, gut funktionierende Assistenzsysteme, die auf langen Fahrten wirklich entlasten.
Kritikpunkte gibt es natürlich auch – die Software ist noch nicht das Gelbe vom Ei. Wer von Tesla kommt, merkt den Unterschied. Aber bei VW wird sich das jetzt mit den neuen Modellen verbessern und eines Tages wird auch der Buzz in den Genuss kommen (meiner wohl nicht, denn solche umfangreichen Softwareupdates macht VW ja leider nicht).
Wir haben jedenfalls die kurze Version mit sechs Sitzen. Eine perfekte und mega-variable Kombination: Alltags-Dienstwagen, Kinder-Transporter, Reiseauto – und im Laufe des Jahres folgen noch Berichte zu einigen geplanten kurzen Camping-Trips.
Eckdaten unseres ID. Buzz und bisherige Ladeerfahrungen:
ID. Buzz Pro (2025), kurzer Radstand, 6 Sitze
210 kW / 286 PS Leistung, 79 kWh Batteriekapazität
185 kW offizielle DC-Ladeleistung (ich hatte aber schon 187,5 kW im Display …)
11 kW AC-Ladeleistung
Leergewicht ist bei dieser Version: 2,5 t.
Die Ladepausen dauern (je nach Ladestand) 20 bis 30 Minuten. 30 Minuten aber nur, wenn wir es nicht schneller schaffen wieder zum Auto zu kommen. Denn unterwegs ist das Laden von ungefähr 10% bis 80% am effektivsten (26 Minuten offizielle Angabe / die passt …).
Bei 30 Minuten und mehr als 80% wird die Ladeleistung zu gering und es lohnt sich nicht darauf zu warten.
100% Ladung machen wir nur über Nacht vor der Abfahrt zu Hause oder beim Hotel etc.





Fazit
Seit Oktober bin ich 10.000 Kilometer mit dem Buzz gefahren und hatte viel Spaß – im Alltag, auf Dienstreisen und im Urlaub. Der Buzz ist ein tolles Reise-Dienstwagen-Familien-Auto. Und elektrisches Reisen kann ich generell sehr empfehlen: Es macht mir seit vielen Jahren Spaß, und die Katalonien-Reise war ein Traum.




Last baut not least – einige buzzige Impressionen aus Katalonien:

































Ich versuche meinen persönlichen Fußabdruck immer kleiner werden zu lassen und mit meiner Familie möglichst „fossilfrei“ und umweltschonend im Bereich Wohnen, Mobilität, Urlaub und Ernährung zu sein.
Über mich



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