17. Juni 2023

Reisetipps für Südschweden

Da ich als Halbschwede oft in Schweden unterwegs bin, werde ich immer wieder nach Tipps für einen Urlaub in dem skandinavischen Land gefragt. Allein Südschweden im Bereich zwischen Göteborg, Stockholm und Malmö bietet Hunderte, wenn nicht Tausende, von tollen Orten. In diesem Beitrag will ich beispielhaft einige schöne Plätze vorstellen, die wir besucht haben.
Ob mit Wohnwagen (oder Wohnmobil) unterwegs, oder in einem gemieteten Ferienhaus – viele Orte eignen sich für kleine Abstecher und Tagesausflüge.

Meine „Fotokarte“ von Südschweden ist schon ein bisschen gefüllt. Aber es gibt noch so viel mehr zu entdecken!

Südliche Küste

Die Provinz Blekinge im Südosten haben wir bei einer Tour mit einem Wohnmobil erst vor einiger Zeit erstmals besucht, wir waren begeistert! Man sagt dort gibt es „ganz Schweden in klein“: Soll bedeuten es gibt Wälder, Seen und eine schöne Meeresküste.

In Kristianopel gibt es einen besonderen Campingplatz innerhalb einer alten Stadtmauer. Direkt daneben ist der sehr schöne kleine Ort mit Holzhäusern, wie ein Freilichtmuseum.

In Blekinge gefiel uns auch Bräkne-Hoby, wir waren auf dem Campingplatz „Järnaviks Camping“. Man kann sehr gut im Meer baden, eine tolle Badestelle direkt am Campingplatz. Außerdem gibt es von dort aus wundervolle Wanderwege in einem Naturreservat – eine kleine Wanderung sollte dort unbedingt auf dem Programm stehen!
Tipp für den Campingplatz: Wenn man es etwas ruhiger möchte, dann bei Ankunft (oder vorher telefonisch) fragen, ob man einen Platz „oben“ haben kann. Dort steht man auf einem kleinen Hügel direkt am Wald und man hat nicht den Trubel vom Campingplatz, der weiter unten herrscht.

Wenn man mal eine Stadt besuchen will, ist in Blekinge Karlskrona auf jeden Fall einen Besuch wert. Die Stadt ist geprägt vom historischen Marinehafen mit seinen ehemaligen Werften und Verteidigungsanlagen. Ausgewählte Gebäude der Stadt wurden von der UNESCO zum Welterbe erklärt. Dort gibt es auch das sehenswerte Marinemuseum – Schwedens Nationalmuseum zur Geschichte der schwedischen Marine.


Weiter westlich befindet sich die Provinz Skåne. Dort waren wir mal in der Gegend „Friseboda Natur Reservat“ – wunderbare, weitläufige Strände. Es gibt viele Stellen wo auf Hunderten Metern überhaupt keine Leute sind, man muss also schauen, dass man nicht an die Hauptstellen geht. Es gibt Parkplätze und nette kleine Wege, die zum Meer führen.
Hier zum Beispiel: 55,81076° N, 14,20911° O

In der Nähe gibt es auch einen Campingplatz, den kennen wir aber nur vom Kaffeetrinken, ein sehr nettes Café an einem Flussufer (wir waren in Yngsjö für eine Woche in einem Ferienhaus …).

Die Stadt Åhus ist hübsch und es gibt tolle Fischrestaurants (Tipp: Am besten fanden wir das Restaurant „auf der anderen Seite“ …). Wer Wodka mag – von dort kommt die berühmte Marke Absolut. Im „Absolut Home“ gibt es Führungen und ein gutes Restaurant.

Ausflüge auf den Spuren der Wikinger oder zu Orten wie beispielsweise den Wasserfällen von Degeberga und vielen weiteren lohnenswerten Zielen in Skåne kann man sich vor Ort sicher noch Dutzende überlegen. Wir selber haben bisher nur einen kleinen Teil von Skåne bereist.

Und auf jeden Fall muss man dort (und überall in der Gegend) ein Eis von der lokalen Fabrik „Otto Glass“ essen! In Åhus zum Beispiel direkt auf dem Marktplatz (wo sich auch der Parkplatz befindet). Superlecker und berühmt dafür, dass man keinesfalls mehr als zwei Kugeln schafft. Selbst eine Kugel ist schon gigantisch groß! Selten habe ich ein so leckeres Eis gegessen wie das von Otto Glass.

Småland, Öland, Gotland, …

Zum Beispiel wenn man auf dem Weg nach Stockholm ist, kann man in Småland einen Abstecher zu den berühmten Filmorten machen: Der Katthult Hof und auch Bullerbü sind heute noch in dem Zustand, so wie man sie aus den alten Verfilmungen kennt.
In Vimmerby fand ich das Astrid Lindgren Museum (auf dem Hof wo sie aufgewachsen ist) sehr schön. In der Stadt gibt es außerdem die „Astrid Lindgrens Värld“, ein origineller Park mit Live-Theatervorstellungen sämtlicher Geschichten von Karlsson über Ronja bis zu den Brüdern Löwenherz. Natürlich toll für Kinder, in den verschiedenen Welten herumzulaufen. Aber auch Erwachsene kommen auf ihre Kosten.

Bei der Stadt Kalmar befindet sich die Brücke zur Insel Öland. Für einen kleinen Ausflug bei schönem Wetter empfiehlt sich ein beschaulicher alter Bauernhof am Stadtrand, welcher zu einer Mischung aus Veranstaltungszentrum und kleinem Freilichtmuseum umgebaut wurde. Es gibt viel Platz für herrliche Spaziergänge und viele Tiere, die sich streicheln lassen. Besonders für Kinder ist der Besuch dort also sehr nett. Die Schweine lassen sich mit bereitliegenden Bürsten streicheln, sie lieben es (die Schweine und auch die Kinder). Auch ein nettes Café für die typische schwedische „Fikastund“ gibt es. Für die Anfahrtbeschreibung bzw. Adressdaten einfach auf den Link oben klicken (Homepage des Veranstaltungszentrums).

Auch das alte Schloss von Kalmar, direkt am Meer, ist auf jeden Fall ein Besuch wert! In der Nähe des Schlosses ist ein Strand mit Außenduschen. Man kann also theoretisch nach dem Besuch im Schlussmuseum direkt ins Meer springen für eine Abkühlung.

Öland ist eine schöne Insel, allerdings sehen die Campingplätze immer etwas voll aus. Wenn man Zeit hat und ganz in den Norden der Insel fährt, kann man herrliche Natur erleben und es nicht so überlaufen.
Tipp: Man kann auf dem Rückweg an der Westseite von Öland mit dem Auto direkt am Meer entlangfahren auf dem „alten Weg“ namens „Kustväg“ – zwar langsamer, aber sehr zu empfehlen.


Noch weiter draußen in der Ostsee liegt die Insel Gotland. Durch das oft stabile, gute Wetter (und aufgrund der Beliebtheit bei den Schweden) wird die Insel von einigen das „Mallorca Schwedens“ genannt. Ganz abwegig ist das nicht, denn Gotland wirkt gar nicht so typisch Schwedisch, sondern hat mit seinen weißen Stränden und dem türkisfarbenen Meer und fast schon ein wenig „Mittelmeer Flair“.

Die Stadt Visby auf Gotland wirkt mit seiner gut erhaltenen Stadtmauer und der Altstadt wie eine perfekte Kulisse für einen Film, der im Mittelalter spielt. Man müsste kaum etwas verändern und könnte direkt mit den Dreharbeiten beginnen. Es macht Spaß durch die Gassen zu schlendern, aber auch das Landesinnere der Insel hat viel zu bieten – weite Landschaften mit windschiefen Kiefernwäldern, alte Höfe, Fischerhütten und eine grandiose Küstenlandschaft. Die Insel ist etwas Besonderes und auf jeden Fall einen Besuch wert.

Westküste

Meine Lieblingsgegend in Schweden: Alles an der Westküste zwischen Göteborg und Oslo ist herrlich – es gibt viele kleine Inseln, eine felsige Schärenküste (von der Steinzeit abgeschliffene, runde Felsen) und unzählige kleine Fischerdörfer mit alten Holzhäuschen.

Die Insel Orust kann man mit dem Auto über eine Brücke erreichen. Dort gibt es zum Beispiel Schwedens ältestes Frischerdorf Mollösund. Oft gibt es in solchen Orten kleine Badestellen, die in die Felsen eingelassen sind (Sandstrände gibt es generell so gut wie gar nicht an der Westküste).
Man kann wunderbar auf den Felsen am Meer entlang spazieren.

Die Insel Stora Durön ist ein Beispiel für eine idyllische, stressfreie Insel an der Westküste. Man erreicht sie nur mit einer Passagierfähre und muss das Auto auf dem Festland zurücklassen. Wir waren dort einmal für eine Woche in einem Ferienhaus – einfach herrlich ruhig und idyllisch. Aber auch für einen Tagesbesuch geeignet.

Tipp: Die Insel komplett auf dem phantastischen Wanderweg umrunden. Man geht über felsige Hügel und kann verschiedenste Blickwinkel auf das Meer genießen. Wenn man Glück hat, kann man wildlebende Bergziegen treffen und beobachten wie sie dort herumklettern.

Nach der anstrengenden Wanderung kann man am Örtchen, wo die Fähre zurück zum Festland fährt, vor der Abfahrt ins kühle Meer springen oder etwas in einem der netten Lokale essen.

Schwedens Westküste im Sommer von Göteborg in Richtung Oslo entlangfahren und immer wieder Abstecher machen zu kleinen Orten am Meer wie zum Beispiel Lysekil oder Fjällbacka – ein herrlicher Urlaub!


Mein Schweden-Artikel aus 2018:


Elektrisch anreisen, Link zum Artikel:



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Ein Beitrag von Tobias Heinze
Ich versuche meinen persönlichen Fußabdruck immer kleiner werden zu lassen und mit meiner Familie möglichst „fossilfrei“ und umweltschonend im Bereich Wohnen, Mobilität, Urlaub und Ernährung zu sein.

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