
Unsere Energiebilanz 2025: 116€ im Monat – für alles
Was kostet es eigentlich, fossilfrei zu wohnen, zu fahren und zu leben?
Diese Frage bekomme ich seit vielen Jahren immer wieder gestellt – oft begleitet von Skepsis.
Meine Antwort für 2025 lautet:
👉 Durchschnittlich 116 Euro Energiekosten pro Monat
für Heizung, Warmwasser, Haushaltsstrom und Autofahren.
Kein Neubau. Kein Tiny House.
Sondern ein über 100 Jahre altes Einfamilienhaus – ganz normaler Alltag.
Unser Setup – ganz realistisch
Unser Haushalt besteht aus vier Personen und sieht energetisch so aus:
- Heizung & Warmwasser über Wärmepumpe
(Altbau, ca. 220 m² Wohnfläche) - Haushaltsstrom für eine vierköpfige Familie
- KWL-Lüftungsanlage, die rund um die Uhr läuft
- Zwei Elektroautos, ca. 11.000 km pro Jahr
(1.732 kWh davon an der eigenen Wallbox, der Rest extern geladen) - Photovoltaikanlage (14,2 kWP) mit Batteriespeicher (aktuell 17,5 kWh netto / Erweiterung geplant) und Energiemanagement von E3/DC
Alles keine Zukunftsmusik – sondern Technik, die heute ganz normal verfügbar ist.
Seit bald 14 Jahren haben wir Wärmepumpe, seit über 9 Jahren Elektromobilität und fünf Jahre PV, Speicher und Energiemanagement. Keinen Schornstein, keine Tankstelle, kein Gas oder Öl.


Strombedarf & Erzeugung im Jahr 2025
Ein Blick auf die Zahlen (alle Werte Jahreswerte):
- 12.708 kWh Gesamtstromverbrauch
- 12.698 kWh Stromerzeugung durch Photovoltaik
- 6.907 kWh direkter Eigenverbrauch
- 4.575 kWh Strom über den Batteriespeicher
- 5.321 kWh Stromverbrauch der Wärmepumpe
Der Großteil unserer Energie stammt also direkt vom eigenen Dach – genau dort, wo sie gebraucht wird.
Netzstrom, Preise und Kosten
Natürlich kommen wir nicht ganz ohne Netzstrom aus:
- 5.801 kWh Strombezug aus dem Netz
- Ökostrom über einen dynamischen Stromtarif
- Durchschnittlicher Strompreis 2025: 0,26 €/kWh
Kosten:
- Stromkosten: 125,69 € pro Monat
- Grundpreis: 19,20 € pro Monat
➡️ 144,89 € brutto

Einspeisevergütung
Zusätzlich speisen wir überschüssigen Strom ins Netz ein:
- 4.565 kWh Einspeisung
- Vergütung: ca. 7,6 ct/kWh
➡️ 346,94 € pro Jahr
➡️ 28,91 € pro Monat
Das Ergebnis
144,89 €
– 28,91 €
= 115,98 € effektive Energiekosten pro Monat
👉 Für Heizen, Warmwasser, Mobilität und Haushaltsstrom – also für alles!
Ja, das hat Investitionen erfordert
Ein Punkt ist mir wichtig – und den verschweige ich bewusst nicht:
Ja, ich musste investieren, um diese Werte zu erreichen.
In Wärmepumpe, Photovoltaik, Batteriespeicher und Energiemanagement.
Aber:
👉 Diese Investitionen amortisieren sich sehr gut.
👉 In meinem Fall in deutlich unter 10 Jahren.
Eine Heizung (wir entschieden uns für die Wärmepumpe) sowie ein Auto (seit 2016 elektrisch) mussten damals eh angeschafft werden.
Und danach gilt:
Die laufenden Kosten bleiben niedrig – während fossile Energieträger historisch betrachtet nur eine Richtung kennen: nach oben.
Es ist durchaus so, dass es sich nicht nur ökologisch rechnet, sondern auch ökonomisch. In meinem Beitrag zu der Bilanz 2024 schreibe ich noch einiges mehr bzgl. der Investitionskosten etc.:
Warum ich diese Zahlen teile
Nicht, um anzugeben.
Sondern um zu zeigen, was heute bereits möglich ist.
- In Deutschland gibt es rund 16 Millionen Eigenheime –
Millionen Dächer mit enormem Solarpotenzial. - Dazu kommen Gewerbehallen, Logistikzentren, Supermärkte, Bürogebäude
mit riesigen Dachflächen und oft idealen Voraussetzungen für Speicher. - Elektrifizierung (Wärmepumpen, E-Autos, Batteriespeicher) macht Energie
nicht nur klimafreundlicher, sondern flexibel und steuerbar. - Dynamische Stromtarife sorgen dafür, dass Strom dann genutzt wird,
wenn er reichlich und günstig vorhanden ist – meist aus Wind und Sonne.
Die Energie- und Antriebswende scheitert nicht an der Technik.
Sie scheitert höchstens daran, dass wir sie zu langsam umsetzen.
Mein Fazit nach über einem Jahrzehnt Praxis
Fossilfrei zu leben funktioniert. Auch im Altbau.
Nicht perfekt. Nicht über Nacht.
Aber Schritt für Schritt – messbar, bezahlbar und sinnvoll.
Und genau darüber schreibe ich hier auf tinyfootprint seit vielen Jahren.

Ich versuche meinen persönlichen Fußabdruck immer kleiner werden zu lassen und mit meiner Familie möglichst „fossilfrei“ und umweltschonend im Bereich Wohnen, Mobilität, Urlaub und Ernährung zu sein.
Über mich



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