Juhu! Unser Tesla Model 3 ist schon da!

Seit Anfang 2017 sind wir bereits mit unserer Familien-Zoe elektrisch unterwegs. Alles funktionierte die ganze Zeit über problemlos und wir weinen dem vorherigen Golf Diesel wirklich keine Träne nach – die Elektromobilität ist absolut alltagstauglich!

Bestärkt durch diese positiven Erfahrungen wurde für mich mehr und mehr klar, dass auch das zweite Fahrzeug in der Familie auf „100% Elektro“ umgestellt werden könnte. Und dies ohne dass unsere Mobilität großartigen Einschränkungen unterliegen würde.

Goodbye Volvo

Die Überlegungen wurden konkreter als sich das Leasing meines Firmenfahrzeugs mehr und mehr dem Ende neigte. Dazu kam, dass ich mich mit dem Volvo Diesel SUV einfach nicht mehr richtig „wohl“ fühlte. Seit fast 20 Jahren fahre ich Volvo und ich bin eigentlich ein Riesen Fan der Marke. Ich habe die gesamte Entwicklung der letzten Jahre mit großer Spannung verfolgt. Volvo wurde von Ford an die chinesische Marke Geely verkauft und durfte sich dann quasi neu erfinden. Die Chinesen haben die Schweden einfach mal machen lassen und heraus kam eine komplett neue Plattform mit tollen Fahrzeugen.
Volvo war von Anfang an dabei sehr innovativ, denn in der neuen Plattform wurden Batterien für Hybridantriebe gleich konsequent mitgedacht, so dass es nicht nötig war wie beispielsweise bei Audi für ein Hybridfahrzeug den Kofferraum zu verkleinern, um die Batterie unterbringen zu können.

Aber um Volvo soll es hier gar nicht gehen, denn leider bot mir diese meine Lieblingsmarke nicht die Möglichkeit, ein vollelektrisches Auto zu liefern. Ein Hybrid kommt für mich nicht in Frage; ich will es unbedingt vollelektrisch versuchen so dass wir zukünftig in der Familie komplett ohne Verbrenner unterwegs sein können. Die Reduzierung von zwei Autos auf eines hatten wir auch überlegt, aber durch die familiäre und berufliche Situation sowie unsere etwas ländlichere Wohnlage ist dies derzeit für uns noch nicht so einfach möglich.

Auto gesucht: Ausreichend Platz, gute Reichweite

Was für ein Auto sollte es denn dann werden? Da wir mehrmals im Jahr nach Schweden zu unserer Familie fahren, musste es auf jeden Fall ein Fahrzeug mit ausreichend Platz sowie einer möglichst großen Batterie bzw. Reichweite sein. Da bleibt derzeit nicht viel an Angeboten, welche darauf passen.

Tesla fand ich immer schon total spannend und ein Model X (oder auch Model S) würde natürlich alle oben genannten Ansprüche erfüllen – wenn da nur nicht der ziemlich hohe Preis wäre. So viel Geld für ein Auto auszugeben bin ich eigentlich nicht bereit. Zumal die Leasingkonditionen bei Tesla im Vergleich zu den traditionellen Herstellern nicht so attraktiv sind.

Alle anderen Hersteller hatten nach meiner Recherche auch nicht das Passende im Angebot und die Auswahl ist nunmal (noch) nicht allzu groß bei vollelektrischen Fahrzeugen.

Tesla Model 3 – die Alternative?

Aber es gibt ja noch das neue Model 3 bei Tesla. Als dies vor zwei Jahren präsentiert wurde, hatte ich mit Spannung alles mitverfolgt und Tesla hat damals das Ziel definiert ein erschwingliches Elektroauto weltweit auf den Markt zu bringen.

Dazu kommt noch das phantastische Ladenetzwerk – allein in Europa hat Tesla es bis heute schon geschafft an 500 Standorten seine Supercharger zu installieren. Das bedeutet man kann bereits jetzt problemlos von Norden (z.B. Norwegen) nach Süden (z.B. Sizilien) oder von Osten (z.B. Kroatien) nach Westen (z.B. Portugal) fahren, ohne sich vorher großartige Gedanken über die Ladestopps machen zu müssen. Die Supercharger sind entlang der europäischen Autobahnen an über 500 Standorten installiert und warten 24h-einsatzbereit auf die Teslas, die auf Reisen sind. 

Dabei muss der Fahrer oder die Fahrerin nichts machen, außer das Ziel einzugeben. Den Rest erledigt das integrierte System, welches immer rechtzeitig zu den Ladesäulen leitet (inklusive der Live-Anzeige im Fahrzeugdisplay mit der aktuellen Auslastung der jeweiligen Säulen).

Davon können alle anderen Hersteller nur träumen, Tesla ist da einfach meilenweit voraus und hat ein funktionierendes System fertig aufgebaut (übrigens ohne staatliche Subventionen wie z.B. bei Ionity / VW).

Auto spontan im Onlineshop bestellt!

Da das Model 3 deutlich kleiner als der derzeitige Volvo ist, war ich mir nicht sicher ob wir dieses Experiment wagen sollten. Trotzdem wollte ich der Sache eine Chance geben und machte im April einen Termin bei Tesla in Hannover zu einer Probefahrt. Ich hatte das Auto noch nie in „Natura“ gesehen, nur in zahlreichen Testvideos von allen möglichen begeisterten YouTubern.

Vor dem Tag der Probefahrt habe ich für mich festgelegt: „Wenn mich irgendetwas an dem Auto stört, oder es mir definitiv ein bisschen zu klein vorkommt, dann lasse ich es sein!“.

Der Tag der Probefahrt kam und die Kurzfassung ist: Ich fuhr mit meinem Berater eine schöne Strecke in und um Hannover, bekam alle meine Fragen beantwortet, begutachtete die überraschend großen Stauräume im Kofferraum (+ Front-Kofferraum) und – ich bestellte noch im Showroom spontan das Auto direkt nach der Probefahrt. Ich war schlichtweg begeistert. Die Bestellung lief übrigens so ab, dass ich das Auto im Tesla Onlineshop bestellen musste. Dafür stand ein iMac im Showroom zur Verfügung. Der Berater saß daneben und konnte mir den einen oder anderen Tipp geben. Im Prinzip hätte ich die Bestellung aber genauso auch von zu Hause aus machen können. Eine ziemlich andere „Autokauferfahrung“ wie ich finde.

Dass die Preise im Shop feststehen und es somit nicht zu den üblichen „Verhandlungsspielchen“ beim Händler um irgendwelche Rabatte usw. kommt, finde ich persönlich jedenfalls eher positiv!

Kaum bestellt, schon da

Dann knapp drei Monate am 08.06.2019 war es schon soweit – ich bekam eine E-Mail, dass mein Model 3 schon in Kürze in Hamburg bereit zur Abholung sei. Das ging schneller als gedacht. Bei Tesla läuft es so, dass ein Algorithmus ständig Autos in der Fabrik eigenständig „bestellt“ und diese dann auf die Schiffe für die verschiedenen Märkte geladen werden. Der Computer entscheidet also anhand der Informationen und Prognosen, welche Varianten zu welchem Zeitpunkt wohl von den Kunden bestellt werden und entscheidet entsprechend über die Produktion. Während der Schiffsreise werden die Autos dann den Bestellern zugeordnet. Da es nur wenige Modell- und Farbvarianten gibt, scheint dieses System gut zu funktionieren so dass ich „mein“ gewünschtes und konfiguriertes Auto bekomme, dieses jedoch zum Zeitpunkt meiner Bestellung bereits fertig produziert und auf dem Schiff unterwegs war, interessant!

Das ist aber auch gleichzeitig eines der Mankos – das Auto wird in Kalifornien im Tesla Werk gebaut.

Wenn es eine Fabrik in Europa geben würde und somit keine langen Schiffstransporte nötig wären, wäre mir irgendwie wohler bei der Sache. Aber so ist das heutzutage mit vielen Dingen, auch in der Autobranche. Zum Beispiel werden wohl alle „X-BMWs“ für den Weltmarkt ausschließlich in den USA hergestellt (X3 etc.), das wusste ich bis vor kurzem gar nicht. Gut ist das alles eigentlich nicht. Aber wer weiß, wenn der Erfolg bei Tesla so weitergeht, werden sie vielleicht eines Tages auch ein Werk in Europa eröffnen.

Ich unterstütze diese innovative Firma jedenfalls gerne, denn ohne Tesla wäre die Elektromobilität sicher bis heute nicht so weit gekommen. Es braucht immer einen Vorreiter, der ein bisschen Schwung in die Sache hineinbringt. Ich glaube jedenfalls daran, dass das Ende der Verbrenner eingeläutet und in Sichtweite ist. Und dies ist unter anderem auch Elon Musk und Tesla zu verdanken. 

Abholung in einer Halle am Hamburger Hafen

Der Tag der Abholung war spannend. Ich fuhr mit meiner Tochter Elin mit dem Zug nach Hamburg. Die restlichen Kilometer brachte uns ein Taxi; die Abholung fand in einer Art Hafenbereich statt. Alles sehr pragmatisch und quasi direkt dort wo die Autos vom Schiff kommen.

Wir wurden sehr freundlich von unserer Ansprechpartnerin empfangen und durften in einer netten Lounge in der „Hafenhalle“ Platz nehmen. Nach einer kurzen Einweisung und einem kleinen Qualitätscheck ging es dann direkt los in Richtung Heimat.

Wir waren super-happy und total begeistert von unserem neuen Familienmitglied. Da jeder Tesla im Fahrzeugsystem (Display und Smartphone App) mit Namen gelistet wird, mussten auch wir uns für einen Namen entscheiden.

Wir tauften ihn auf „Balder“. Dies ist der Name einer Achterbahn in unserem Lieblings-Freizeitpark „Liseberg“ in Göteborg. Denn die Beschleunigung des Tesla erinnert sehr an eine Achterbahnfahrt, wenn man richtig „Strom“ gibt. Und dies obwohl wir uns für die normale Long Range Version des Model 3 entschieden hatten und nicht für die noch schnellere Performance Version. 🙂

Nachfolgend noch ein paar Eindrücke von der Übergabe und von der Rückfahrt (weitere Berichte zum Auto werden folgen …). 

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